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Wednesday, September 29, 2010

Pioniere im Pott – Tom Angelripper über Thrash im Ruhrgebiet (2010LAB.TV)


- Pioniere im Pott – 

Tom Angelripper

über Thrash im Ruhrgebiet

Autor: Sandra Anni Lang
Montag, 6. September 2010 09:10



Er schlägt dir direkt ins Gesicht. Mitten rein. Aggressiv, kompromisslos und schnell. Seine Kämpfer dreschen und prügeln auf ihre Instrumente ein, statt sie schwingen zu lassen. Der Musikstil, der im Ruhrgebiet ausgeprägt ist wie in kaum einer anderen Region heißt Thrash Metal. Eine Spielart des Heavy Metal. Seine dienstältesten, bekanntesten Vertreter und zugleich die Pioniere im Pott: Kreator und Sodom.







„Die Agression in der Musik – die kommt wahrscheinlich auch von der harten Arbeit unter Tage. Die Arbeit war sehr schwer und körperlich anstrengend. Das spiegelt sich auch in unserer Musik wider“, meint Tom Angelripper, ehemaliger Bergmann, Gelsenkirchener und Sänger und Bassist der Thrash Metal-Band Sodom. „Würden wir aus Süddeutschland kommen, würden wir wahrscheinlich eine Art Poser-Metal spielen.“

Warum es im Pott – besonders zu Beginn der 80er-Jahre – so hart zur Sache ging, sich die Metal-Szene so großflächig ausbreiten konnte und sogar weltweit große Beachtung fand, haben die Historiker und Fans Holger Schmenk und Christian Krumm im Buch Kumpels in Kutten recherchiert. Über die Geschichte des Metal im Ruhrgebiet sprachen die Autoren mit Tom Angelripper bei Weltbildplus in Essen am Limbecker
Platz am 3. September 2010.

„Man hört sogar einen Soundunterschied zwischen den Ruhrgebietsbands und anderen Metalbands“, meint Tom Angelripper. „Wir sind anders als der Rest der Welt. Wir haben eine andere Qualität. Wir kommen aus einfachen Verhältnissen. Wir sind alle aus dem Bergbau gekommen, mein Vatta hat da gearbeitet, mein Oppa hat da gearbeitet. Wir hatten wenig Geld. Wir wissen, gewisse Dinge viel besser zu schätzen.“

Sodom erhielt ihren ersten Plattenvertrag schon 1984 bei der Plattenfirma Steamhammer. In einer Zeit, in der der Niedergang des Bergbaus unausweichlich bevorstand. In diesem tristen 80er-Jahre Einheitsgrau gründeten sich zahlreiche Thrasher, all jene, denen Slayer und Metallica nicht hart genug waren. Sie trafen sich im „Mephisto“, der Metal-Kneipe am Schloss Horst in Gelsenkirchen.

„Dat war der Laden im Ruhrgebiet“, sagt der 47-jährige Tom Angelripper. Jeder kam dorthin. Jeder kannte jeden.“ Abgespielt hat sich die Szene auch beim ehemaligen Gitarristen Josef „Peppi“ Dominic. „Hinten in der Laube“, erinnert er sich. „Wir hatten nicht immer Geld, um ins Mephisto‘ zu gehen, dann gingen wir eben zu 'Peppi' und haben Bier getrunken. Das Leben kann so einfach sein“, sinniert Tom Angelripper, der eigentlich Thomas Such heißt und nach Realschule und Bundeswehr Ende der 70er-, Anfang der 80er-Jahre unter Tage einfuhr, bevor er entschied, sich komplett aus der Malochertradition seiner Eltern und Großeltern zu verabschieden.

„Wennich nicht Musik gemacht hätte, wäre ich weiter unter Tage eingefahren. Perspektiven auffen Pütt hatte ich, aber dann wäre ich jetzt wahrscheinlich schon im Ruhestand. Uns ging es jedenfalls nie um Geld. Das war uns egal. Ich habe mir früher nie Gedanken darüber gemacht, wo das Geld herkommt. Wir hatten schon damals Kultustatus und wir waren eine der ersten Thrash-Bands, die dieses Etikett tragen konnten. Aber ich habe mich nie als Rockstar gesehen oder gedacht: Jetzt habe ich es geschafft. So lange ich davon leben kann, bin ich zufrieden. Wir sind auch heute noch ganz normale Leute – einfach Metalfans.“

Später, in den 90er-Jahren, waren es wieder Sodom, die die Fahne des Thrash Metal hochhielten, in einer Zeit, in der Grunge, Techno und Clubmusik, angesagt war. „Wir haben in den 90ern die härtesten Sachen überhaupt gemacht. Zwar haben sich die Platten nicht so gut verkauft, aber wir haben immer drauf geschissen, kommerziell zu werden.“

Sodom überlebt seit fast 30 Jahren. Das Rezept? „Wir sind wie ein altes Eherpärchen. Wenn mir früher einer in der Band nicht gepasst hat, dann habe ich ihn rausgeschmissen. Heute bin ich abgeklärter“, so Angelripper. Er freut sich darüber, dass Sodom Einfluss auf junge Bands hat. Und er empfiehlt jeder Band, Neues zu
kreieren denn Altes aufzuwärmen. „Da bin ich stolz drauf, dass wir etwas hinterlassen haben, dass wir es geschafft haben, dass wir uns diesen Kultstatus erarbeitet haben.“

Monday, September 27, 2010

Video/Blog: Schwermetall - Globaler Export // Heavy Metal - Global Export (2010LAB.TV)



„Das Ruhrgebiet - aufgenommen und abgemischt“
Eine Episodenreihe über Musik, Menschen und Ruhrgebiet

"The Ruhr area - recorded and mixed"
An episode series about music, people and Ruhr area

Von / By Jens Mayer, Jörg Stiepermann und Peter Hesse

- EPISODE 03 -
SCHWERMETALL - GLOBALER EXPORT
HEAVY METAL - GLOBAL EXPORT





Heavy Metal und das Ruhrgebiet - bedarf es da wirklich großer Erklärung? Warum es seit den 80er Jahren eine der Metal-Hochburgen Europas ist, warum Iron Maiden ausgerechnet das Konzert vom 24.11.2003 in der Dortmunder Westfalenhalle auswählten, um es als Live-Dokument zu veröffentlichen, warum auch junge Bands aus Hattingen auch heute noch erfolgreich durch die USA touren können? Opel, Karstadt und Bergbau mögen verschwinden - doch Metal aus dem Ruhrgebiet bleibt Exportschlager!

Rock Hard (Dortmund) und Drakkar Entertainment (Witten)

Es ist noch keine zehn Uhr morgens. In der imposanten Wittener Villa, Sitz von Drakkar Entertainment, wird erst einmal eine Runde Kaffee gereicht. Mit seinem offenen Jeep fährt Bogdan „Boggi“ Kopec vor und begrüßt uns entspannt. Während wir unsere Kameras und weiteres Equipment aufbauen und Kopec Post und E-Mails checkt, trifft auch Rock Hard-Chefredakteur Götz Kühnemund aus Dortmund ein. Seit fast drei Jahrzehnten ist das Magazin Rock Hard das Sprachrohr der Metalszene. Der unabhängige Dortmunder Verlag produziert für die Leser die „Bibel des Metal“. Doch gepredigt wird hier nicht, vielmehr wird auf Augenhöhe mit den Fans kommuniziert. Das mittelständische Unternehmen mit Lizenz-Abnehmern in Italien, Spanien, Frankreich, Griechenland und Brasilien verkauft deutschlandweit rund 40.000 Exemplare pro Monat. Außerdem wird jährlich ein eigenes Festival im Gelsenkirchener Amphitheater veranstaltet. Götz Kühnemund schildert, warum Konzerte in der Zeche Bochum schon Mitte der 80er Jahre zum Pflichtprogramm gehörten.Bogdan Kopec wurde 1951 geboren. Nach absolvierter Lehre als Automechaniker, legte er schon Ende der 60er Jahre den Grundstein für eine Zukunft im Musik-Business. Durch Platten von Motörhead, Van Halen und Accept entdeckte er schließlich den Metal für sich. Seine 1981 gegründete Firma, Kopec Musikverlag wurde 1986 zu Drakkar Promotion. Der Pionier wollte sich mit seinem Verlag in vielfältiger und fairer Weise um seine Bands kümmern, war gleichzeitig für Management, Merchandise und Tour-Booking verantwortlich. Ein Konzept, das heute selbst die Branchenriesen als „360-Grad-Konzept“ für viele Akteure aus dem Entertainment-Bereich umsetzen. Bands wie Kreator, Rage oder Risk waren die ersten im Hause Drakkar, zwei Dekaden später landeten die von Kopec entdeckten Lordi als erste Heavy Metal Band beim Eurovision Song Contest auf dem ersten Platz. Auch die Megaseller Nightwish aus Finnland unterzeichneten ihren ersten großen Vertrag beim Wittener Label. Boggi plaudert vor der Kamera aus dem Nähkästchen und weiß, dass sich zahlreiche Rädchen drehen und ineinander greifen müssen, damit sich der Erfolg einer Band einstellen kann.

Kreator und Japanische Kampfhörspiele (Essen)

Das Wetter hält, Mille bringt auf einem Tablett Säfte und Wasser in seinen Garten. Am Tisch hat es sich Christof bereits bequem gemacht. Thrash-Metal-Legende trifft Grindcore-Spezialist. Man kennt sich, man schätzt sich. Heute wollen wir die beiden Charakterköpfe zusammenbringen. Thema: Lernen aus der Praxis. Kreator blicken auf eine über 25-jährige Bandgeschichte zurück. Für Fans und Liebhaber im In- und Ausland sind die Essener um Mastermind Miland „Mille“ Petrozza die Thrash-Metal-Band schlechthin. In den 80ern erlangten sie, u.a. mit der TV-Dokumentation „Thrash Altenessen“ Kultstatus. Das aktuelle Album, „Hordes Of Chaos“ überzeugte Fans und Kritiker, sogar der Spiegel sprach von einer Produktion, „die man nur als perfekt bezeichnen kann.“ Petrozza schreibt seine Texte in englischer Sprache, bewundert vor unserer Kamera aber die Fähigkeit seines Gesprächspartners Christof Kather, der mit seiner Band Japanische Kampfhörspiele Lyrics auf Deutsch umsetzt. Der kombiniert brachialen, unmenschlichen Grindcore mit Cut-Ups aus gegrunzten Textfragmenten, Collagen und Slogans. Zielscheibe: Die Irrwege der modernen Konsum- und Mediengesellschaft. Mit dem Coveralbum „Deutschland von vorne“ interpretierten sie Texte von Bands wie Die Goldene Zitronen, Trio oder Tocotronic. Schlagzeuger, Texter und Band-Mastermind Kather erklärt in Milles Garten seine Sicht auf die heutige Entwicklung im Metal.

Caliban (Hattingen) und Century Media (Dortmund)

Bilderbuchwetter, Bilderbuchstädtchen - und das im Ruhrgebiet? Noch etwas verschlafen trudeln die Mitglieder von Caliban nacheinander an der Birschel-Mühle ein, die direkt an der Ruhr liegt. Mittlerweile leben sie verstreut, Sänger Andy und Gitarrist Marco sind nach Essen gezogen. Die ersten Schritte als Schülerband wurden aber 1997 in ihrer Heimatstadt Hattingen ausgeübt. Caliban stehen für ursprüngliche, brachiale und vor allem kraftvolle Musik zwischen Hardcore und Metal, eine junge Spielart namens Metalcore. Neben Heaven Shall Burn aus Thüringen gehören sie zur Speerspitze der Szene. Ihr aktuelles Album „Say Hello To Tragedy“ wurde im April 2009 veröffentlicht und landete in den deutschen Media-Control Charts auf Platz 36. Einige Tage nach unserem Treffen macht sich die Band erneut auf große Reise - wieder einmal steht eine ausgiebige US-Tour an. Die Plattenfirma von Caliban liegt nur einen Steinwurf von Hattingen entfernt: Century Media. Das Label wurde 1988 von Robert Kampf in Dortmund als klassisches Independent-Label gegründet, da er nach dem Vorbild britischer Punk- und Grindcore-Bands seine eigene Band Despair ohne Kompromisse selbst vermarkten wollte. Inzwischen gehört Century Media weltweit zu den bekanntesten Plattenfirmen im Metal-Bereich, und wird seit 2005 weltweit vom Majorlabel EMI vertrieben. Niederlassungen und Außenbüros gibt es in den USA, Brasilien und Australien, sowie in fast jedem europäischen Land. Paradise Lost oder Napalm Death aus Großbritannien sind nur zwei bekannte Namen in der Label-Geschichte, die fast 1.300 Veröffentlichungen von über 400 Bands vorzuweisen hat. Jens Prüter, der für die im Dortmunder Hafen ansässige Firma als Head Of A&R arbeitet, gibt vom Firmendach einen sympathischen Einblick in die außergewöhnliche Heavy-Metal-Kultur.
Text: Jens Mayer und Peter Hesse

„Das Ruhrgebiet - aufgenommen und abgemischt“ - Eine Episodenreihe von Jens Mayer, Jörg Stiepermann und Peter Hesse über Musik, Menschen und Ruhrgebiet.
Die nächste Episode, „Hochkultur im Stahlkorsett“ mit Hajo Sommers, der Ruhrtriennale, Karsten Riedel und Iggy Pop demnächst online auf 2010LAB.tv

Mit freundlicher Genehmigung von / By kind permission of www.2010lab.tv

FINAL DEPRAVITY: New Song "Veil Of Secrecy" (feat. Tom Angelripper), Debut Album "Nightmare 13" Out October 15, 2010

Thrash Is Just The Beginning...






Taken from the upcoming debut album
"NIGHTMARE 13"
(Nihilistic Empire Records / Twilight)

Out October 15, 2010!
Pre-order here:





FINAL DEPRAVITY
on the web:





The New Lineup

Dennis "Blaze" Baron - Vocals, Guitar
Oliver Hey - Guitar, Vocals
Tobias Rath - Bass
Tristan Maiwurm - Drums




Upcoming Shows


08.10.2010
"Rock vor Ort"
+ MY SECRET PLAN, 

KRYPTONITE 
Paul Loebe Haus, 
Gelsenkirchen 
Event

31.10.2010
- Release Show -
special guests:
WORTMORD 
BLACKFIRE 

MASS MURDER MACHINE 
Saint, Oberhausen